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Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor unseriösen Verkaufsmaschen beim Wechsel zu angeblich günstigeren Stromanbietern. Stromkunden, die sich vor Supermarktseingängen von angeblich unabhängigen Beratern des "Verbraucherforums Energie" neutrale Auskünfte versprächen, seien schlecht beraten, so die Verbraucherzentrale. Den Interessenten werde anhand von so schnell nicht nachprüfbaren Daten eines Tarifrechners ein bindender Vertrag mit dem Stromriesen Vattenfall vorgelegt, hieß es.
Für Spontanverträge böten die Werber besondere Konditionen. Preisvergleiche etwa in Iserlohn belegten, dass Vattenfall in der dortigen Region keineswegs der preisgünstigste Anbieter am Markt sei. Eine Vattenfall-Sprecherin in Berlin sagte, das Unternehmen bedauere den Vorfall in Iserlohn sehr und werde die Hintergründe streng prüfen. Vattenfall gehe davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handele. Klar sei, dass Vattenfall nicht überall in Deutschland der günstigste Anbieter sei. Laut Verbraucherschützer behaupten die Werber, Vattenfall sei der günstigste Stromanbieter. Unwahr sei auch die Behauptung, die Unterschrift unter den Vertrag sei erst dann bindend, wenn die Zählernummer des Kunden eingetragen sei. |
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Stromsparen ist ein wichtiges Thema für die Deutschen. Das ergab eine von dem niederländischen Energieversorger Nuon in Auftrag gegebene Umfrage des Instituts für Meinungsforschung Info GmbH. Mehr als 1000 Berlinern und Hamburgern wurde die Frage gestellt: "Wie wichtig ist es Ihnen, im eigenen Haushalt elektrische Energie zu sparen, d.h. weniger Strom zu verbrauchen?". 90% aller befragten Berliner und 89% aller befragten Hamburger antworteten mit "wichtig" oder "sehr wichtig". Insbesondere Frauen und ältere Menschen legen laut der Studie großen Wert auf einen sparsamen Umgang mit Strom. Nach eigener Angabe versuchen die Verbraucher also den Stromverbrauch so gering wie möglich zu halten.
Vor allem bei der Anschaffung neuer Küchen- und Haushaltsgeräte spielt die Energieeffizienz eine immer größer werdende Rolle. Die Mehrheit der befragten Personen nehmen die erhöhten Anschaffungskosten von energieeffizienten Haushaltsgeräten durchaus in Kauf. Die erhöhten Anschaffungskosten der energieeffizienten Haushaltsgeräte sind meistens innerhalb von ein bis zwei Jahren wieder eingespart. Fortan spart man bares Geld.
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Energieversorger müssen verstärkt an ihrem Informationsangebot zum sparsamen Umgang mit Strom arbeiten. Die Befragten waren nur mäßig zufrieden mit den ihnen gebotenen Informationen und gaben diesen eine befriedigende Note.
Kein Wunder: Viele Versorger sind zugleich Stromproduzent und haben deshalb ein eher geringes Interesse an niedrigem Stromverbrauch. Unabhängige Versorger verstehen sich hingegen als Partner des Kunden beim Thema Stromsparen und dem effizienten Umgang mit dem kostbaren Gut Energie.
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Zahlreiche Stadtwerke beschweren sich derzeit über das RWE-Tochterunternehmen eprimo. eprimo bietet bundesweit Gas- und Stromtarife an und gehört zu 100 Prozent dem Stromkonzern RWE. Die Methoden des Unternehmens sind aber bereits mehrfach in die Kritik geraten, auch die Verbraucherzentralen haben schon Warnungen vor den Vertriebspraktiken der RWE-Tochter ausgesprochen. Stadtwerke werfen eprimo unlautere Kundengewinnung vor – von unerlaubter Telefonwerbung bis hin zu „Lügen und Tricks“. So mancher Energieversorger hat vor Gericht bereits eine Einstweilige Verfügung gegen den Energielieferanten eprimo erwirkt.
So entschied das Landgericht Ingolstadt auf Antrag der dortigen Stadtwerke, dass sich Beauftrage von eprimo nicht als Mitarbeiter der Stadtwerke ausgeben dürfen, um direkt an der Haustür neue Stromverträge anzubieten. Auch andere Stadtwerke berichten über diese Masche: So beschwerten sich die Stadtwerke Wedel: „Mitarbeiter von eprimo gaben sich bei Mietern als Vertreter der Stadtwerke Wedel GmbH aus und sie würden in ihrem Namen neue Stromtarife anbieten“.
Kunden der Stadtwerke Bochum berichteten von eprimo-Außendienstlern, die mit dem Argument „angeblich kauften die Stadtwerke Bochum den Strom sowieso bei der eprimo GmbH“ Stromverträge der RWE-Tochter anpriesen. Laut den Hettstedter Stadtwerken sollen eprimo-Werber sogar behauptet haben, die Stadtwerke würde es gar nicht mehr geben – sie würden jetzt unter eprimo firmieren. Die Stadtwerke Troisdorf sprachen gar von „dreisten Lügen und Tricks“ der eprimo-Vertriebsmannschaften.
Offenbar setzen sich Vertriebspartner von eprimo auch über die mittlerweile strengen Regeln zur Telefonwerbung hinweg. Das zumindest warfen die Stadtwerke Speyer Anfang August der RWE-Tochter eprimo vor. Die Anrufer hatten demnach eprimo als „Partner“ der Stadtwerke bezeichnet, um unter diesem Vorwand Stromverträge anzubieten. Vor einer ähnlichen Praxis bei türkischsprachigen Kunden warnte Anfang April bereits die EVI Energieversorgung Hildesheim. Bei EVI-Kunden habe es Anrufe gegeben, „in denen sich der Anrufer in betrügerischer Weise als Mitarbeiter der EVI ausgab und ein angeblich neues EVI-Produkt anbot. Bei Interesse wurde dem EVI-Kunden dann ein Vertrag der eprimo GmbH zugeschickt. Die eprimo GmbH ist die zentrale Discountvertriebsgesellschaft für Strom und Erdgas von RWE.“
Aus Görlitz und Bremen sind ebenfalls aggressive Kundenwerbungen bekannt geworden, u.a. im Auftrag von eprimo. Laut den Stadtwerken Görlitz habe es dabei auch den Versuch gegeben, Kontodaten auszuspionieren.
Schon im Jahr 2008 hatten Verbraucherzentralen vor einer Postkartenaktion im Auftrag von eprimo gewarnt. Dabei wurde laut Verbraucherzentrale Niedersachsen der Eindruck erweckt, die Karte sei „eine Mitteilung ihres örtlichen Stromversorgers (Grundversorgers)“. Wenn sich Stromkunden dann meldeten, wurde offenbart versucht, sie „direkt am Telefon zu einem neuen Stromversorgungsvertrag bei eprimo, einer Tochter des Stromriesen RWE, zu überreden“.
Explizit empfiehlt die Verbraucherzentrale in diesem Zusammenhang den Wechsel weg von den Stromkonzernen. Neben der RWE-Gesellschaft eprimo wirbt auch der Stromkonzern Energie Baden-Württemberg mit der Marke Yello sowie der Energieriese E.ON mit dem Tochterunternehmen E wie Einfach um Gas- und Stromkunden.
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Das Ziel ist verfehlt: die Liberalisierung des Strommarktes hat die Konzerne gestärkt - den Verbraucher ab er nicht groß entlastet, obwohl genau das geplant war.
Laut einer Studie sind die Gewinne der Strombranche in den letzten 10 Jahren um 118 Prozent gestiegen. Für Verbraucher dagegen sanken die Preise im gleichen Zeitraum nur um 5 Prozent, für die Industriekunden ledigleich um 3 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Studie der Fachhochschule Gelsenkirchen und der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. In dieser Studie übern die Verfasser scharfe Kritik an den Konzernen: sie hätten ihre hohen Gewinne nicht an den Kunden weitergegeben. Statt dessen wurden Fusionen aus den Gewinnen vorangetrieben, um die Marktstellungen bei den vier großen Stromkonzernen Eon, RWE, EnBW und Vattenfall zu behaupten.
Doch das das Ziel der EU-Kommission, die den Energiemarkt 1998 für den Wettbewerb geöffnet hatte, war ein anderes: Die Unternehmen sollten effizienter, der Strom für die Endkunden billiger werden. Der Studie zufolge ist dieses Ziel aber nicht erreicht worden. Heinz-Josef Bontrup, der gemeinsam mit Ralf-Michael Marquardt die Studie verfasst hatte, gibt der Politik die Schuld: "Deutschland habe auf die Selbstregulierung des Strommarktes gesetzt und erst 2006 mit der Bundesnetzagentur eine Regulierungsbehörde für Strom geschaffen"
Fazit: Wenn die Verbraucher keinen Druck ausüben, werden sie weiter viel Geld für Strom bezahlen. Und Druck ausüben, können sie, in dem sie einfach den Anbieter wechseln.
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