Netzentgeld macht Strom teuer
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Das war so nicht gedacht. Weil die Netzentgelte für Strom steigen, müssen viele Stromverbraucher derzeit tiefer in die Tasche greifen. Dabei sollte die Anreizregulierungsverordnung für mehr Effizienz bei den Netzbetreibern sorgen. 

Die am 1. Januar in Kraft getretene Verordnung verpflichtet alle Strom- und Gasnetzbetreiber, neue Durchleitungsgebühren bekanntzugeben. Das Energieberatungsunternehmen Enet hat die neuen Preise unter die Lupe genommen und kommt zu dem Schluss, dass die Durchleitungstarife bei den Stromnetzen um 7,8 Prozent und bei den Gasnetzen um 7,6 Prozent gestiegen sind. 

Weil die Netzkosten etwa ein Drittel des Strompreises ausmachen, heben einige Stromanbieter jetzt die Preise an. “Für die Verbraucher ergeben sich durch die Anreizregulierung also (noch) keine Vorteile”, lautet dementsprechend das Fazit der Studie.

Anstieg der Kosten war nicht nötig

Doch dieses “Noch” lässt Hoffnung schöpfen, dass die Verordnung in Zukunft die gewünschte Wirkung auf die Strompreise entfaltet. Wie die Anreizregulierung wirkt, erläutert Uwe Leprich, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Saarbrücken, in der Enet-Studie. Ein Effizienzvergleich der Netzbetreiber bildete die Grundlage für eine Schlankheitskur, die der Branche in zwei Regulierungsperioden bis 2018 vorgeschrieben wird. Ein durchschnittlicher Netzbetreiber muss bis dahin seine Kosten um acht Prozent senken.

In seinem Resümee bevorzugt der Forscher die Zwischentöne. Einerseits sei der Gesetzgeber den Netzbetreibern weit entgegen gekommen. Der Zeitraum zum Abbau der Ineffizienzen wurde verdoppelt und die Eigenkapitalrendite, die in den Regulierungsrichtlinien für eine Modellunternehmen vorgesehen ist, wurde drastisch erhöht. Ohne diese Maßnahmen “hätte es hier und heute wohl nicht zu einer Erhöhung der Netzentgelte kommen müssen.”

Andererseits seien “die Netzentgelte durch die Kostenüberprüfungen in den letzten Jahren doch spürbar gesunken, was ohne den Beschluss zur Einführung der Anreizregulierung in Deutschland wohl nicht passiert wäre.” Zudem bestehe aktuell ein Investitionsbedarf.

 

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