| Stadtwerke kritisieren RWE-Tochter Eprimo |
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Zahlreiche Stadtwerke beschweren sich derzeit über das RWE-Tochterunternehmen eprimo. eprimo bietet bundesweit Gas- und Stromtarife an und gehört zu 100 Prozent dem Stromkonzern RWE. Die Methoden des Unternehmens sind aber bereits mehrfach in die Kritik geraten, auch die Verbraucherzentralen haben schon Warnungen vor den Vertriebspraktiken der RWE-Tochter ausgesprochen. Stadtwerke werfen eprimo unlautere Kundengewinnung vor – von unerlaubter Telefonwerbung bis hin zu „Lügen und Tricks“. So mancher Energieversorger hat vor Gericht bereits eine Einstweilige Verfügung gegen den Energielieferanten eprimo erwirkt.So entschied das Landgericht Ingolstadt auf Antrag der dortigen Stadtwerke, dass sich Beauftrage von eprimo nicht als Mitarbeiter der Stadtwerke ausgeben dürfen, um direkt an der Haustür neue Stromverträge anzubieten. Auch andere Stadtwerke berichten über diese Masche: So beschwerten sich die Stadtwerke Wedel: „Mitarbeiter von eprimo gaben sich bei Mietern als Vertreter der Stadtwerke Wedel GmbH aus und sie würden in ihrem Namen neue Stromtarife anbieten“. Kunden der Stadtwerke Bochum berichteten von eprimo-Außendienstlern, die mit dem Argument „angeblich kauften die Stadtwerke Bochum den Strom sowieso bei der eprimo GmbH“ Stromverträge der RWE-Tochter anpriesen. Laut den Hettstedter Stadtwerken sollen eprimo-Werber sogar behauptet haben, die Stadtwerke würde es gar nicht mehr geben – sie würden jetzt unter eprimo firmieren. Die Stadtwerke Troisdorf sprachen gar von „dreisten Lügen und Tricks“ der eprimo-Vertriebsmannschaften. Offenbar setzen sich Vertriebspartner von eprimo auch über die mittlerweile strengen Regeln zur Telefonwerbung hinweg. Das zumindest warfen die Stadtwerke Speyer Anfang August der RWE-Tochter eprimo vor. Die Anrufer hatten demnach eprimo als „Partner“ der Stadtwerke bezeichnet, um unter diesem Vorwand Stromverträge anzubieten. Vor einer ähnlichen Praxis bei türkischsprachigen Kunden warnte Anfang April bereits die EVI Energieversorgung Hildesheim. Bei EVI-Kunden habe es Anrufe gegeben, „in denen sich der Anrufer in betrügerischer Weise als Mitarbeiter der EVI ausgab und ein angeblich neues EVI-Produkt anbot. Bei Interesse wurde dem EVI-Kunden dann ein Vertrag der eprimo GmbH zugeschickt. Die eprimo GmbH ist die zentrale Discountvertriebsgesellschaft für Strom und Erdgas von RWE.“ Aus Görlitz und Bremen sind ebenfalls aggressive Kundenwerbungen bekannt geworden, u.a. im Auftrag von eprimo. Laut den Stadtwerken Görlitz habe es dabei auch den Versuch gegeben, Kontodaten auszuspionieren. Schon im Jahr 2008 hatten Verbraucherzentralen vor einer Postkartenaktion im Auftrag von eprimo gewarnt. Dabei wurde laut Verbraucherzentrale Niedersachsen der Eindruck erweckt, die Karte sei „eine Mitteilung ihres örtlichen Stromversorgers (Grundversorgers)“. Wenn sich Stromkunden dann meldeten, wurde offenbart versucht, sie „direkt am Telefon zu einem neuen Stromversorgungsvertrag bei eprimo, einer Tochter des Stromriesen RWE, zu überreden“. Explizit empfiehlt die Verbraucherzentrale in diesem Zusammenhang den Wechsel weg von den Stromkonzernen. Neben der RWE-Gesellschaft eprimo wirbt auch der Stromkonzern Energie Baden-Württemberg mit der Marke Yello sowie der Energieriese E.ON mit dem Tochterunternehmen E wie Einfach um Gas- und Stromkunden.
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